Flüchtlingshelfereinsatz Sept. 15

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Flüchtlingshelfereinsatz Sept. 15

Category : Flüchtlinge , Refugees

Vom 21. September bis zum 27. September war ich ehrenamtlich für Flüchtlinge im Einsatz.

Einsatzort war für mich das Flüchtlingscamp, welches von einem der grössten deutschen Rettungsdienstorganisationen betrieben wurde, dem Arbeiter-Samariter-Bund, auf dem Gelände der Polizeihochschule Frankfurt Hahn 2.

Dort waren rund 200 Flüchtlinge aus verschiedenen Ländern wie z.B. Syrien oder Somalia untergebracht.

Die sieben Tage welche ich dort mithalf, ergaben mir ca. eine Schlafzeit von insgesamt 16 Stunden (auf alle Nächte verteilt).

Der Sicherheitsdienst vor Ort freute sich sehr, als er hörte, dass nun auch in der Nacht eine medizinische Versorgung (zumindest vorübergehend) für Notfällen in den nächsten Nächten vorhanden wäre.

Unglaublich, wie menschlich die Damen und Herren des Sicherheitsdienstes mit der Situation vor Ort umgingen.

Schlägereien und grössere körperliche Vorkomnisse waren mir, zumindest in den sieben Tagen als ich vor Ort war, nicht bekannt.

Immer wieder hört und liest man in den Medien von Massenschlägereien, welche in solchen Flüchtlingscamps passieren. Als ich die Zustände in diversen Camps anschauen konnte, bemerkte ich, dass dies zum Teil auch verständlich ist, da es hin und wieder auch Auseinandersetzungen gibt. Es sind Menschen, die Wochen, beziehungsweise Monate auf der Flucht sind, teilweise kurz vor dem Ertrinken im Boot oder vor dem Ersticken im Lastwagen und körperlich und psychisch am Ende sind, nur um danach in einer kleinen Halle oder einem kleinen Zelt mit vielen fremden Menschen und wenig Privatsphäre untergebracht zu werden.

Stellt euch einen Kochtopf vor, der mit sprudelndem Wasser gefüllt ist. Der Kochtopf ist erhitzt und wenn man Ihm mit einer Kühlung nicht Entspannung bietet, überläuft er irgendwann. Und genau so ist es mit uns Menschen, denn Flüchtlinge sind genau wie wir.

Themawechsel!

Die Medical-Station, welche dort von einer Krankenschwester in einem kleinen Duschraum aufgebaut wurde, musste meiner Meinung nach vergrössert werden, was dann auch innerhalb von elf Stunden geschah, unter anderem mit der Hilfe von Flüchtlingen.

Die Patientenanzahl stieg rasant an und der Raum war einfach nicht für diesen Anstieg der Verletzten geeignet.

Mit zehn Flüchtlingen habe ich am Dienstag Abend um 20.00 Uhr begonnen die Station von einem kleinen auf zwei grosse Räume zu erweitern.

Die Flüchtlinge haben mich so grossartig unterstützt, sodass ich mich zwischenzeitlich kurz in einem Raum zurückziehen musste, da ich von diesem Eindruck beinahe überrannt wurde. Ich war so überrascht über dieses Engagement und diese Hilfe, wie ich sie in meinem Leben zuvor noch nie erleben durfte.

Fasziniert hat mich in dieser Woche aber auch das ehrenamtliche Engagement von einem deutschen Arzt, welcher mit dem Motto ”Deutschland hat mir soviel in meinem Leben geholfen, jetzt will ich etwas zurückgeben!” , täglich medizinische Sprechstunden für Flüchtlinge angeboten hat. Ich war das erste mal als sogenannter Arzthelfer bei Ihm im Einsatz und meiner Meinung nach klappte es trotz dem grossen Chaos sehr gut.

Für meinen Lebensweg hat er mir ganz tolle Tipps für das weitere Leben gegeben, welche ich auch immer bei mir behalten werde.

Am meisten berührt haben mich zudem auch seine beiden Geschenke für mich… Ein Original eines Leitmann Stethoskops  und eine originale Dr. House-Armbanduhr.

Es waren Geschenke, welche diesen schwierigen und vor allem auch körperlich sehr anspruchsvollen Einsatz zu einem tollen Erlebnis gemacht haben.

Nun ist es schon eine Woche her, seit ich aus dem Camp zurückgekehrt bin und doch bin ich noch täglich mit den Einzelnen im Kontakt.

Ich möchte wieder zurück, ihnen helfen da es mir selbst ja gut geht.

Andere nennen es Helfersyndrom, doch ich nenne es Helfen in Not!

Denn wenn ich in Not bin, kann es genau auf solche Menschen ankommen.

Ich werde alle Hebel Bewegung setzen, um baldmöglichst das Team vor Ort wieder unterstützen zu können.

Es war einfach unglaublich!

Danke an alle HelferInnen und Organisationen! Einige von ihnen sind:

 

  • Die Damen und Herren des Gesundheitsamtes
  • Die Örtliche Polizei
  • Der Sicherheitsdienst vor Ort
  • Der Arbeiter Samariter-Bund

Schön, dass die Zusammenarbeit so toll geklappt hat.

 

PS: Unter meinem Facebookaccount habe ich unter dem Hashtag: #PFHTB (PascalsFlüchtlingshelferTagebuch) täglich einen Bericht veröffentlicht.

 

 


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Pascal Rey

Pascal Rey 20 Jahre alt und aus Basel-Stadt

1 Comment

Samuel Rüegger

4. Oktober 2015 at 10:21 pm

Cooler Beitrag und super Bilder. Herzlichen Dank!

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