Flüchtlingshilfe 2.0

Erinnern Sie sich noch an den verstorbenen Jungen am Strand, welcher unverpixelt in sämtlichen Medien ausgestrahlt wurde? Erinnern Sie sich noch an an das Boot, bei welchem wohl über 700 Menschen im Meer ums Leben kamen und die ganze Welt erst dann begriffen hat, dass ein riesiger Flüchtlingsstrom auf uns zu kommt?

Und dann die Worte deutscher Politiker/Innen: 800’000, das schaffen wir!

Schon wenige Tage später sah man in diversen Medien Bildstrecken von dutzenden Menschen an deutschen Bahnhöfen, überfüllte Züge, welche in München ankommen und die Rettungskräfte überforderten.

Nun habe ich mir überlegt, wie ICH als Mensch mit gesunden Händen und Beinen einen kleinen Beitrag zur aktuellen Situation leisten kann.

Spenden kann jeder, doch kommt das Geld wirklich an?

Viel Geld fliesst bei Spenden bekanntlich in Administrative und logistische Aufwände. Somit bleibt nur ein kleiner Teil für eine Hilfsaktion übrig. Ich wollte als einzelne Person möglichst viel Leistung erbringen, um ein Camp vor Ort unterstützen zu können.

Die Situation vor Ort ist sehr bedenklich… Viele Flüchtlinge wünschen sich nach ihrer Ankunft ein schönes und besseres Leben in Deutschland, was jedoch an der nicht vorhanden Möglichkeit der vollständigen Erholung und an den schlecht organisierten Übernachtungsmöglichkeiten in den Flüchtlingsheimen scheitert, da sie in Zelten übernachten müssen, welche sie mit vielen weiteren Flüchtlingen teilen müssen.

Zudem gibt es viel zu wenige Helfer, welche sich der belastenden Aufgabe stellen und somit Hilfsorganisationen, welche solche Camps betreuen, sehr unter Druck sind.

Ich ging ohne zu zögern in mehrere Camps, um dort ehrenamtlich meist im Dauereinsatz Flüchtlinge mit Ärzten medizinisch zu Versorgen.

Dies ist eines der wichtigsten Fundamente für die Flüchtlingshilfe, da die Betroffenen mit Krankheiten und Verletzungen die lange Flucht von der Heimat aus nach Europa auf sich nehmen und dann dringendst versorgt werden müssen.

Ohne medizinisches Personal in den Flüchtlingscamps droht die Gefahr, dass sich Krankheiten aus Krisengebieten grossflächig verbreiten. Deshalb dachte ich mir, dass ich dort mit meinen Qualifikationen als Samariter am besten aufgehoben bin.

Die Einsätze welche ich geleistet habe, waren bisher EHRENAMTLICH. Reise- und Verpflegungskosten habe ich (grösstenteils) selbst getragen.

Das ging leider gerade bei den ersten Einsätzen sehr ins Geld und deshalb habe ich mich für die weiteren Einsätze auf Spendensuche begeben.

Für teilweise 24-Stundenschichten unter erschwerten Umständen, benötige ich einiges an Material, um überhaupt solche Einsätze in den Hilfsorganisationen zu stemmen.

Nun bin ich im Juli 2016 nach schon weit über 1000 geleisteten Einsatzstunden das 10.te und somit letzte mal für Flüchtlinge in Deutschland im Einsatz.